Funkkurs Westküste

Raiffeisenbank Heide und Husumer Volksbank, DLZ vom 1. Juli 2017

Von Jörg Lotze

Heide – Ein Leuchtturmprojekt für die Westküste – so bezeichnen die Spitzen der Raiffeisenbank Heide sowie der Husumer Volksbank die Entscheidung, ab sofort einen gemeinsamen Weg zu gehen.

Rückwirkend zum 1. Januar 2017 verschmelzen beide genossenschaftlichen Geldinstitute
zur VR Bank Westküste eG Heide-Husum. Für die Fusion haben sich vor wenigen Tagen die jeweiligen Vertreterversammlungen entschieden. „In Heide mit einer 100-prozentigen  Zustimmung, in Husum mit einer Mehrheit von 98,7 Prozent der Stimmen. Ein starkes Gefühl, dass unsere Kunden als Eigentümer der Bank auch in diesem Punkt hinter uns stehen“, freut sich Eckhard Rave. Der bisherige Vorstand der Husumer Volksbank, der gemeinsam mit seinem nordfriesischen Kollegen Udo Kempter sowie den Raiffeisenbank-Kollegen Bent Nicolaisen und Andro Voß nunmehr den neuen vierköpfigen Vorstand der VR Bank Westküste Heide-Husum bildet, bezeichnet die deutlichen Abstimmungsergebnisse als „richtungsweisende Entscheidungen für die Region“.

Bei keinem der beiden genossenschaftlichen Institute hätte die wirtschaftliche Situation eine Fusion erforderlich gemacht. Die Verschmelzung zur größeren Bank bringe im schwieriger werdenden Finanzgewerbe jedoch klare Vorteile, wie Bent Nicolaisen sagt: „Durch die Fusion aus der Stärke heraus sowie die Bündelung unserer Kräfte werden wir diese und weitere  Herausforderungen meistern, damit wir auch künftig im Wettbewerb für die Mitglieder und Kunden
agieren können.“

Nach landesweiten Gesprächen mit anderen Genossenschaftsbanken haben sich zwischen Husum und Heide die meisten Übereinstimmungen ergeben. Mit anderen möglichen Partnern – in Nordfriesland wäre das beispielsweise die VR Bank Niebüll und in Heide die Dithmarscher Volks- und Raiffeisenbank gewesen - hätte man nicht ansatzweise einen solch großen gemeinsamen Nenner hinbekommen, sagt Eckhard Rave: „Wir treten nun gestärkt für unsere Region an – Funkkurs Westküste sozusagen.“ Synergieeffekte bedeuten jedoch keine betriebsbedingten Kündigungen. „Bis Ende September 2019 ist das garantiert. Und anschließend soll es vor allem bei normaler Fluktuation neue Entscheidungen zur Gesamtmitarbeiterzahl geben. „Da schauen wir dann schon im Einzelfall, welche Stelle unbedingt wieder besetzt werden muss und wo etwas möglicherweise anders organisiert werden kann“, so Nicolaisen.

Die übernehmende Bank ist in diesem Fall die Husumer. „Das hat vor allem steuerliche Gründe“,
erläutert Rave. Beide Hauptstandorte Heide und Husum bleiben künftig Sitz des Vorstands. Auch am Filialnetz wird sich fusionsbedingt nichts ändern, in Dithmarschen bleibt es bei der Hauptstelle in Heide sowie den Niederlassungen in Albersdorf, Nordhastedt, Tellingstedt, Pahlen und Hennstedt.

Auch die Ansprechpartner werden fast alle dieselben bleiben. Gewöhnen müssen sich die bisherigen Raiffeisenbank Heide-Kunden jedoch mittelfristig an eine neue BIC- sowie IBAN-Nummer, die sich zwingend aus der Fusion ergibt.

Die neue Bank

Die neue VR Bank Westküste eG hat 32 181 Mitglieder, 305 Vertreter, 16 Aufsichtsräte sowie vier Vorstände. 331 Mitarbeiter stehen auf der Gehaltsliste (Heide bisher 115, Husum bisher 216). Auszubildende davon sind 33 (15 und 18).

Vorstände sind Eckhard Rave (Vorstandsvorsitzender), Bent Nicolaisen (stellvertretender Vorsitzender), Udo Kempter und Andro Voß. Aufsichtsratsvorsitzender ist Henning Göttsch, stellvertretende Vorsitzende Kayen Witthohn.

Zum Geschäftsguthaben von 16,8 Millionen Euro steuern die Heider 8,5 und die Husumer 8,4 Millionen bei. Die Bilanzsummen von 431 Millionen Euro (Heide) sowie 909 Millionen Euro (Husum) ergeben die gemeinsame von 1340 Millionen Euro. Das neue Eigenkapital von 138,6 Millionen Euro bildet sich aus den 47,2 Millionen Euro aus Heide sowie den 91,4 Millionen aus
Husum.

(Quelle: Boyens Medien)

Die Verschmelzung ist besiegelt: Die Aufsichtsratsvorsitzenden Henning Götsch und Kayen Witthohn (vorne) sowie die vier Vorstände Eckhard Rave (von links), Bent Nicolaisen, Andro Voß und Udo Kempter.