Bankenfusion vorbildlich

Zum Bericht über die Fusion von Raiba Heide und Volksbank Husum, 1. Juli:

Herzlichen Glückwunsch an die Raiffeisenbank Heide und die Husumer Volksbank zu der zukunftsorientierten Fusion zur VR Bank Westküste eG Heide-Husum. Endlich haben die Dithmarscher ihr Herz über die Eider geworfen, um ein gemeinsames Werk mit den Nachbarn zu gestalten und zu leben.

Man kann sich nur wünschen, dass dieses Leuchtturmprojekt ein erster Schritt hin zu einer Kreisfusion mit Nordfriesland ist. Im Gespräch mit einem Landespolitiker habe ich erfahren, dass das Thema keineswegs vom Tisch ist.

Dithmarschen ist das Land, wo die aufrechten, klaren und ehrlichen Menschen wohnen, wo man aber leider allzu oft das Beharren über die Innovation stellt. So hat man es nicht gewagt, der Kreistag hat es abgelehnt, mit der Konzentration des Berufsbildungszentrums an einem Ort, in Heide, einen Leuchtturm des Geistes zu errichten, vörbi is vörbi.

Darüber hinaus haben leider noch immer allzu viele in unserem Kreis Bedenken bezüglich einer Kreisfusion. Vielleicht wollte Klaus Groth als Visionär mit seinem Gedicht "Lütt Matten de Hoos" seine Landsleute vor einer Kreisfusion warnen, damit sie nicht über den Tisch gezogen würden oder gar "verspeist", wie der kleine Hase Martin, der dem Fuchs so vertrauensvoll die Pfote zum Tanze gereicht hatte.

Man hört Klagen, die Westküste würde von der Landespolitik abgehängt, aber Dithmarschen hängt sich auch selbst ab, wenn es so bleiben will, wie es ist: Es droht weiter wirtschaftlich zu verarmen. Leider hört man in Dithmarschen zuweilen den alten Schnack: "Und sie gingen über die Eider und erschlugen derer sieben." Ein Dithmarscher Missionar der Jetztzeit, der die Dithmarscher versteht und schätzt, aber nicht alles gutheißen kann, was sie so tun, würde ausrufen: Aber nein, aber nein, es muss heißen: "Und sie gingen über die Eider und sprachen mit derer sieben".

Dr. Udo Hennighausen, Hamburg